Anzeige

Chiari-Malformation

Entwicklungsstörungen mit Verschiebung des Kleinhirnes durch die Schädelöffnung (Foramen magnum) in den Spinalkanal werden als Chiari-Malformation bezeichnet. Namensgeber ist der Straßburger Pathologe Hans Chiari (1851-1916). Je nach verlagerten Anteilen werden drei anatomische Einteilungen vorgenommen:

  • Typ I: Verlagerung der Kleinhirntonsillen, in 90 % der Fälle mit einer Syringomyelie vergesellschaftet. Selten werden auch knöcherne Fehlbildungen von Schädelboden und Wirbelkörper beobachtet. Klinische Symptome sind im Kindesalter Nackenschmerzen oder Ausfälle der Hirnnerven. Erwachsene können Symptome einer Gangunsicherheit (Ataxie) zeigen.
  • Typ II (Arnold-Chiari-Syndrom): Leichte bis ausgeprägte Verlagerung des Kleinhirnwurmes kombiniert mit einer Fehlbildung des Hirnstammes. In dem verlagerten Hirngewebe wird der Untergang von Nervenzellen beobachtet. Fast immer beobachtet man im Bereich des Steißes eine Verlagerung des Rückenmarkes (Myelomeningeozele). In 80 % der Fälle sind die Liquorräume verlegt, so dass es zu einem Hydrozephalus kommt.
  • Typ III: Aufgrund einen knöchernen Defektes verlagert sich das Kleinhirn in den Nackenbereich (Enzephalozele). Von den drei Typen wird dies am seltensten beobachtet.

Die Diagnosestellung kann durch Kernspintomografie erfolgen. Bei Feten ist ein so genanntes Lemon sign und / oder Banana sign als sonografischer Softmarker in der pränataldiagnostischen Sonografie ein Hinweis auf eine Chiari-Malformation.


Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Chiari-Malformation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Chiari-Malformation verfügbar.

Wichtiger Hinweis!

Die Beiträge bei www.kliniken.de im Bereich Medizin-Lexikon dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Dies gilt insbesondere für die Beschreibungen von Erste-Hilfe-Maßnahmen, diese ersetzen auf keinen Fall den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses und das praktische Üben der Maßnahmen.

Das Medizinlexikon unter www.kliniken.de wird offen und ohne direkte redaktionelle Begleitung und Kontrolle bereitgestellt. Auch wenn fast alle Teilnehmer ständig daran arbeiten, die Beiträge zu verbessern, ist es möglich, dass tendenziöse, falsche, unvollständige oder verkürzte Angaben gemacht werden. So könnten auch die Gesundheit gefährdende Empfehlungen in die Texte geraten. Darüber hinaus hat medizinisches Personal Zugang zu weiterführenden Informationen, die der breiten Öffentlichkeit u.a. aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung stehen oder entsprechende Vorkenntnisse voraussetzen.

Nehmen Sie niemals Medikamente (auch keine Heilkräuter) ohne Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein!

Sie sollten daher die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.